TAGEBUCH EINER VERLORENEN
STUMMFILM MIT LIVEMUSIK-BEGLEITUNG VON NATHALIE  BÖTTCHER (AKKORDEON)

D 1929, Regie: Georg Wilhelm Pabst. Darsteller: Louise Brooks, Fritz Rasp, Valeska Gert

Thymian, die Tochter eines Apothekers, wird von einem Freund ihres Vaters, Meinert, verführt und nach der Geburt des unehelichen Kindes von ihrer Familie verstoßen. Sie muss ins Heim, in welchem sie unter dem sadistischen Regiment des Vorsteher-Paares leidet. Als Thymian den mittellosen Grafen Osdorff kennenlernt, flüchtet sie mit ihm in die Großstadt und arbeitet dort im Bordell. Eines Tages trifft sie dort auf ihren eigenen Vater, der sich von diesem Schock nicht mehr erholt. Nach seinem Tod steht Thymian plötzlich als vermögende Erbin dar und bekommt prompt einen Heiratsantrag vom Grafen.

Nur wenige deutsche Filme der 1920er Jahre waren so stark umstritten und wurden einer so umfassenden Zensur unterzogen wie Georg Wilhelm Pabsts letzter Stummfilm TAGEBUCH EINER VERLORENEN. Der Fall einer jungen Bürgerlichen und Pabsts deutliche Kritik an der Scheinheiligkeit und Perfidie des Bürgertums wurden zunächst vor dem Kinostart mit dem „Jugendverbot“ belegt und von 3132 m auf 2863 m gekürzt. Doch nach mehreren Protesten konservativer Bürgerorganisationen und der preußischen Regierung, kam es zu wiederholter Zensur und schließlich zum Verbot des Films.


Anlässlich einer Pabst-Retrospektive der Berlinale 1997 meldete die Cineteca di Bologna den Fund einer Nitrokopie aus dem Filmarchiv in Uruguay. Diese wies die meisten der bislang verschollenen Szenen auf, unter anderem eine umfangreiche „Gymnastikunterricht“-Sequenz im Bordell, sadistische Szenen im Internat und die letztliche Bestrafung der Aufseher durch aufgebrachte Mädchen. Der Ursprungsfilm konnte so fast vollständig rekonstruiert werden. (Murnau Stiftung)

„Als filmhistorisches Dokument vor allem wegen der herausragenden Hauptdarstellerin sehenswert.“ (Lexikon des internationalen Films)

Genial begleitet wird der Film von NATALIE BÖTTCHER am Akkordeon, die in unserem Kino schon im vergangenen Jahr schon mit der Stummfilmbegleitung zu "Carmen von St. Pauli" glänzte. Natalie Böttcher ist geboren in Leningrad, dem heutigen St.Petersburg und absolvierte dort auch ihre Ausbildung an der Mussorgsky Musikhochschule. Ihre Instrumente: Akkordeon und Klavier.

FSK I

k.A.

LÄNGE I

104 Min

Fr., 29.10.

20:00 Uhr