top of page

Do. 23.05. bis Mi. 29.05.2024

täglich, 15:30 Uhr

ICH CAPITANO
123 Min. FSK 12

Seydou und Moussa leben im Senegal und teilen einen Traum: Die beiden Teenager wollen in Europa leben und als Musiker berühmt werden.

 

Ihr Wunsch samt Aussicht auf ein besseres Leben ist so groß, dass sie eines Tages alle Warnungen in den Wind schlagen und sich voller Abenteuerlust auf den Weg nach Italien machen. Doch ihre Reise wird nicht der Roadtrip, den sie sich vorgestellt haben. Der Weg durch die Wüste, die libyschen Gefängnisse und auch die Überquerung des Meeres stellen sich als lebensgefährlich heraus. Die beiden Freunde müssen nicht nur für ihren Traum kämpfen, sondern auch um ihr Überleben…

 

Inspiriert von wahren Erfahrungsberichten erzählt der preisgekrönte Regisseur Matteo Garrone (GOMORRHA, PINOCCHIO) mit epischen Bildern den Teil der Geschichte, den wir kennen sollten.

 

AUS DER KRITIK:

Garrones Ziel war, dem westlichen Publikum zu zeigen, wie beschwerlich eine Reise nach Europa ist. Und wie gefährlich, ja, wie menschenverachtend. Bei der Fahrt durch die Wüste wird es holprig und einer der Passagiere fällt hinunter, aber der Fahrer hält nicht an. „Ich habe euch gesagt, dass ihr euch festhalten müsst“, sagt er nur. Danach geht es zu Fuß weiter durch die Wüste, auch hier mit einem Führer, der nicht darauf achtet, ob ihm die anderen folgen können. Das Sterben auf dieser Route ist Normalität, Überleben fast schon ein Wunder.

Die weiteren Stationen, die Garrone abarbeitet, sind Überfälle lybischer Soldaten, die den Flüchtlingen Geld abnehmen, die Einkerkerung in Foltergefängnissen, in denen Menschen gequält werden, damit deren Angehörige für ihre Freilassung zahlen, und natürlich die Bootsüberfahrt, bei der keine Hilfe zu erwarten ist – zumindest nicht von den Europäern.

Garrone lässt seine Hauptfiguren nicht aus purer Not, sondern einem Traum folgend diese Reise antreten. Es war ihm wohl wichtig, zu zeigen, dass sich Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Weg machen. Ebenso wichtig war ihm aber zu zeigen, wie sie ausgebeutet und zum Sterben zurückgelassen werden – in der Wüste, in den arabischen Ländern, auf dem Meer. Es ist keine Anklage, die er hier filmisch aufbereitet, es ist eine Bestandsaufnahme, ohne Wertung, aber mit Sympathie für seine beiden Hauptfiguren. Der Film erzählt einzig und allein von der Reise, was den Flüchtlingen danach in Italien widerfährt, klammert es aus. Wohl, weil Garrone sich sicher ist, dass sich das sein Publikum vorstellen kann, aber was eine solche Reise nach Europa bedeutet, das kann es sich nicht vorstellen, aber nach diesem Film kann es die Augen nicht mehr verschließen.
Peter Osteried

(Quelle: Verleih und programmkino.de)

I/B 2023, Drama

Regie: Matteo Garrone.

Mit: Seydou Sarr, Moustapha Fall, Issaka Sawadogo.

 

123 Min. FSK 12

bottom of page